Philippinen

Die Philippinen – Das Inselparadies umgeben von schrecklichen Müllbergen

Die Philippinen sind ein Staat und eine Inselgruppe mit 7107 Inseln im westlichen Pazifischen Ozean in Südostasien. Sie sind die älteste Demokratie Asiens und mit 101.000.000 Einwohnern bevölkerungsmäßig der zwölft größte Staat der Welt.

Die Schere zwischen arm und reich ist auf den Philippinen sehr groß, weshalb die unzähligen Slums häufig eine Nachbarschaft mit Palästen, Skylines und riesigen Einkaufszentren bilden. Auf den Philippinen besitzen trotz des starken Wirtschaftswachstums 60 % der Menschen weniger als zwei US-Dollar am Tag zum Leben und sind zudem gezwungen, ein Leben ohne ausreichende soziale Absicherung wie z.B. Kranken- oder Sozialversicherungen zu führen. Laut UNICEF gehören die Philippinen zu den zehn Ländern weltweit mit der höchsten Anzahl fehlernährter Kindern unter fünf Jahren. Die Gegensätze zwischen Arm und Reich sind extrem. Ein Hartz-IV-Empfänger mit Einzimmerwohnung im Berliner Bezirk Neukölln würde hier zur gehobenen Mittelschicht gehören.

Drogenkonsum – vor allem die gefährliche chemische Droge Crystal Meth –, Mafia, Gewalt, Kriminalität sind Schlüsselbegriffe mit denen sich ein Großteil der Philippinen und vor allem ihre Hauptstadt Manila beschreiben lässt. Der Grund allen Übels ist jedoch die schreckliche Armut. Viele Kinder müssen Schwerstarbeit leisten. Sie sammeln Papier, Plastik, Flaschen und Metalle, sortieren es in Plastiksäcken und erhalten dafür beim Händler wenige Peso. Die Kinder haben keine Schuhe und durchwühlen den Müll – unter anderem bestehend aus Scherben, Metall und Spritzen – mit ihren bloßen Händen. Dabei entstehen folgenschwere Verletzungen und Entzündungen am ganzen Körper. Zudem lassen Zersetzungen gefährliche, stinkende Gase ausströmen, was ebenfalls zu einem hohen Gesundheitsrisiko führt.

Kinder, die ihre Kindheit nicht direkt auf den Müllhalden „Smoky mountains“ verbringen, schwimmen in einer stinkenden und unheimlich verdreckten Flussbrühe, die bedeckt ist von Fischleichen. In diesem Morast tauchen die im Durchschnitt sechs Jahre alten Kinder nach Metall, um die Chancen zu erhöhen, dass ihre Familien nicht am Hungertod sterben. Die Müllkinder von Manila tragen oft weder ein T-Shirt noch Flipflops, weil sie kein Geld besitzen, um sich Kleidung zu kaufen. Sie schlafen auf Kartons und haben oft niemanden mit dem sie wirklich reden können, der sie sieht oder ihnen etwas beibringt.

Ein typischer Manilaner, der hart arbeitet, lebt zusammen mit seiner schwangeren Frau und vierzehn weiteren Leuten in einem 22 Quadratmeter großen Zimmer. Die Familien auf den Philippinen sind oft sehr groß. Viele Eltern sind krank, alkoholabhängig, im Gefängnis oder aufgrund der hohen Kinderanzahl überfordert. Dies führt dazu, dass sich Kinder unter Brücken niederlassen und Kleber schnüffeln. Diese Droge heißt Rugby und lässt laut der Kinder den Hunger und die Traurigkeit für einen Moment lang vergessen. Viele Kinder und Jugendliche rechnen damit früh zu sterben und sehen für ihr unwertes Leben keine wirkliche Perspektive. Bei den Ärmsten ist für den Schulbesuch oft weder Zeit, noch Geld vorhanden.

Mayari: „Ich möchte viel lieber zur Schule gehen, aber meine Eltern wollen mich auf der Müllkippe haben. Sie brauchen mich zum Geld verdienen. Sie müssen ja Essen für uns besorgen.“

Mutter:„Was sollen wir anderes machen? Wir sind immer schon auf uns allein gestellt. Wir sind unser ganzes Leben lang enttäuscht worden. Wir wurden immer erniedrigt.“

Dies führt dazu, dass nur wenige Kinder den Weg in die Arbeitswelt und so aus der Armut finden. Ohne Englischkenntnisse ist es beinahe unmöglich, einen Job zu finden, der einen Weg aus der Armut ebnen könnte.

„Man trägt keine Schuld daran, im Slum geboren zu sein. Die anderen hatten einfach Glück. Ich habe niemanden, der mir zuhört oder mir hilft.“ (Ebbe, 7 Jahre, Manila)

Die Philippinen werden häufig von Überschwemmungen durch Taifune, Sturmfluten oder heftige Regengüsse erfasst, die in kurzer Zeit tiefer gelegene Gebiete unter Wasser setzen. Oft werden dabei viele der einfachen Wellblechhütten zerstört und das bisschen Hab und Gut geht verloren.

Von zum Beispiel einer Spende von 2 Euro kann sich eine vierköpfige Familie einen Tag ausreichend versorgen – 1 kg Reis oder ein Brot kosten dort nämlich ungefähr 0,70 €, 1 kg Kartoffeln oder Zwiebeln liegen bei 1,50 € oder die Preise für 1 kg Mangos oder 1 Ananas sind bei 0,40€. Deshalb kann selbst eine kleine Spende ein Stück Hoffnung schenken und ist viel wert.

Wir sind sehr gespannt was wir gemeinsam dort bewirken können und freuen uns darauf, Euch auf dem Laufenden zu halten.