Erste Eindrücke

Momentan befinden wir uns seit knapp drei Wochen in Rosario, einem Stadtteil im Osten der philippinischen Hauptstadt Manila.

Schnell konnten wir durch alte Bekanntschaften viele neue Kontakte knüpfen und durften einiges erleben. Täglich dürfen wir Neues sehen und Erfahrungen sammeln.

Jeder von uns liebt den Outreach am Samstagmorgen. Zuerst gehen wir zum Supermarkt und besorgen Snacks und Getränke für die Kinder. Im Anschluss treffen wir uns auf einem Hof inmitten eines Armenviertels. Dort singen, tanzen und malen wir mit den Kindern, sprechen Tagalog, Englisch und Deutsch. Eines der einheimischen Mädels bereitet immer eine kleine Andacht und Bastelmaterial vor. Zeit mit diesen Kindern zu verbringen ist unheimlich wertvoll. Es ist schwer auszudrücken, was währenddessen in uns vorgeht. Diese leuchtenden Augen der Kinder, das gemeinsame Lachen und Spielen berührt uns jedes Mal sehr. Besonderen Spaß haben wir beim gemeinsamen Englisch und Deutsch lernen. Am nächsten Tag werden die Kinder zum Kindergottesdienst abgeholt. Eine schöne Möglichkeit, wieder Zeit gemeinsam zu verbingen und Vertrauen zu stärken. Wir sind sehr gespannt, wie sich alles in Zukunft entwickeln wird. Mehr dazu zu einem späteren Zeitpunkt.

Besonders war für uns der Tag bei den Payatas. Früher sprach man von den Smoky Mountains, aber dieser Name solle wohl in Vergessenheit geraten. Die Einheimischen nutzen ihn selbst kaum noch.Weshalb? Bei den Payatas angekommen, wird man als erstes von den Smoky Mountains begrüßt. Was bedeutet das? Ein Teil des Dorfes ist umzäunt und nicht mehr zugänglich. Auf dem ersten Blick scheinen es normale Wälle zu sein, aber unter den mit Gras und Pflanzen bewachsenen Bergen befinden sich Tonnenweise Abfälle. Wieso denn nun ein Zaun? Es ist sehr gefährlich, diese Berge zu betreten, da die Explosionsgefahr sehr hoch ist. Leider ist es bereits einmal vorgekommen, dass eine Zigarette auf dem Wall entsorgt wurde und viele Menschen starben. Man kommt sich machtlos vor, während man die Berge vom Zaun aus betrachtet. Wie kann es sein, dass Menschen permanent solch einer Gefahr ausgesetzt sein müssen? Muss es da nicht Wege geben, Veränderung schaffen zu können? Bis dato sind auch die Einheimischen ratlos.

Wir gingen weiter zu unserem verabredeten Treffpunkt: Dem Basketballfeld. Mithilfe anderer Filipinos hatten wir ein Programm für 100 Kinder auf die Beine gestellt: Musik, Tanz Gesang, Spiele, Andacht, gemeinsames Mittagessen und kleine Geschenke. Wir haben uns sehr darüber gefreut, dass viele Jugendliche, die sich am Basketballfeld aufhielten, unaufgefordert und hoch motiviert mitanpackten. Leuchtende Augen, lachende Eltern, jubelnde Kinder… Das erste Mal Spaghetti. Oft sind Gefühle schwer aufzuschreiben, aber ich bin mir sicher, die Bilder sagen mehr als 1000 Worte. Momentan bereiten wir ein neues Programm für den 17.02.2018 vor. Nun wissen wir bereits, was auf uns zukommt und worauf wir achten müssen. Auch hier ist Bildung für die Menschen vor Ort einer der wichtigsten Aspekte für eine langfristige Veränderung. Wie kann ich den Aspekt BIldung mit dem Weitergeben von Gottes bedingungsloser Liebe verbinden? Wir sind mit Einheimischen vor Ort im Gespräch und werden euch auch diesbezüglich auf dem Laufenden halten.

Außerdem verbringen wir unsere Zeit auf Basketball- und Fußballplätzen, in der Bibelschule und vor allem in der nahe gelegenden kleinen Schule mitten im Armenviertel. Die Schule (Rosario Christian Learning Center of Pasig) besteht aus sechs Klassen und wird von der örtlichen Kirche betrieben. Wir bekommen einen tiefen Einblick in die Arbeit, die Probleme, Ausbaumöglichkeiten und bewegen alles in uns hin und her.  Auch hier sind wir sehr gespannt auf die weitere Entwicklung und sammeln fleißig Eindrücke und Ideen. Wir freuen uns, dass auch wir den Unterricht mitgestalten und Ausflüge erleben dürfen.

Momentan geht es schwerpunktmäßig darum, Land und Leute kennenzulernen. Welche Möglichkeiten haben wir? Was ist umsetzbar? Gibt es falsche Vorstellungen? Wie geht man respektvoll mit Filipinos um? Worauf wird Wert gelegt?
Wir erleben jeden Tag sehr bewusst und wollen wachsam sein, was auf Dauer unser Arbeitsfeld sein wird. Wir sind sehr gespannt, und halten euch weiter auf dem Laufenden.

Für uns alle hat es sich bewahrheitet, dass alles bereits für uns vorbereitet war. Egal, wo wir hinkommen, dürfen wir erleben was es bedeutet, Gott als Organisator zu haben. Wir kannten kaum jemanden und doch scheint überall alles schon vorbereitet. Menschen, die unsere Vision teilen, die wiederum Menschen kennen, die irgendwo andere Kontakte haben. Wir haben Begegnungen, die uns wieder neue Wege eröffnen und als hätten wir vorher alles im Detail geplant, gibt es für jedes Anliegen, jeden Teil unserer Vision jemanden, der Zugänge schafft.

Gerade hier zu sein bedeuetet, viele Stimmen in sich zu haben. Viele neue Eindrücke und auch Erwartungen stürmen auf uns ein. Wir achten sehr darauf, immer wieder bewusst ruhig zu werden und sowohl uns als auch die Vielzahl an Bedürfnissen und Begegnungen zu ordnen. Sicherlich gäbe es direkt die Möglichkeit Großes aufzubauen und sich festzulegen aber wir sehen unsere Aufgabe momentan darin, offen für die Menschen und die Kultur zu sein, nicht vorschnell zu handeln und ganz bewusst und mit Bedacht die Finanzen einzusetzen.

Eine wichtige Information zum Schluss: Durch die Videos und Bilder bekommt ihr einen breiten Eindruck unserer Zeit hier. Wir bemühen uns sehr, die vielen Eindrücke kompakt zu veranschaulichen. Jedoch möchten wir euch darauf hinweisen, dass wir keine Bilder von Menschen, die nach Plastik oder Metall tauchen oder auf der Straße oder dem Müll liegen hochladen wollen. Bis jetzt fanden wir jegliches Fotografieren bei solchen Begegnungen sehr unangebracht.

Folgt uns gerne auf Facebook und Instagram (buhay.projekt), um noch detaillierter informiert werden zu können.

Comments.

  • Frank Junker

    Hallo Joana und Moritz, habe mir eben den Eintrag in eurem Blog angesehen und bin ganz angetan. Habt ein schönes Video erstellt. Und die Musik dazu ist klasse. Wer hat denn die Fotos gemacht? Die waren voll schön. Und: bei einem Bild – liebe Joana – hast Du den typischen „Lehrerinnenblick“: Ganz aufmerksam, dem Kind voll zugewandt, eine gute Antwort überlegend. Moritz, wie reagieren die Fillipinos auf Dich, der Du hoch gewachsen bist und die blonden Haare hast? Ich stelle mir vor, dass die Leute ein bisschen aus „dem Häuschen“ sind, wenn Ihr da vorbei kommt. Ich werde gleich mal eine Gebetszeit für Euch machen und freue mich auf weitere Nachrichten aus dem fernen Manila, Rsoario usw.
    Gaaaaaanz viele Grüße aus dem usseligen, nasskalten und wolkenverhangenen Hückeswagen.

    Euer

    Frank

  • Fräääääänk!!! Wie gut deine Zeilen zu lesen. Natürlich bin ich stets den Kids zugewandt auch ohne LehrerJob ;D Mo ist natürlich der Star hier, definitiv!!! Laura hat viele Bilder gemacht und sonst jemand von uns oder Filipinos… Laura war aber der Master 🙂 Beste Grüße, du Guter!!

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