Team

 

 
Joana Karlguth, 26

Ich heiße Joana Karlguth, bin 26 Jahre alt und ursprünglich aus Nordrhein-Westfalen. Mit meiner Schwester und meinen Eltern habe ich die ersten 19 Jahre meines Lebens in Hückeswagen, Nordrhein-Westfalen, verbracht.  Mein Traum war es immer Lehrerin zu werden und so andere auf ihrem Lebensweg zu begleiten. Demnach war es für niemanden eine Überraschung als ich 2011 mein Studium für die Fächer Anglistik/Amerikanistik und Geschichte an der Universität Wuppertal begann. Das Ziel, Lehrerin zu werden und so meinen Traum zu erreichen, brachte mich durch jedes Semester. Trotzdem spürte ich schon zu Beginn des Studiums, dass Gott mich einmal woanders hinführen wird.

Ich führte mein Studium fort und schloss meinen Bachelor Anfang 2016 ab. In der Zwischenzeit hatte ich die ein oder anderen Auslandserfahrungen in Australien, auf den Fiji Inseln und in Costa Rica gesammelt. Die Vision in meinem Herzen, vergessenen Kindern zu helfen, hat mich nie ganz losgelassen. Der Gedanke daran, wie viele Kinder ohne Eltern und ohne genügend Nahrung über die Welt laufen, während ich meinen dritten Latte Macchiato mit perfektem Milchschaum und Zimtpulver genoss, ließ mich oft nicht mehr los. Ich schloss mit Gott eine Art Deal: Wenn Du mir diesen Traum aufs Herz gelegt hast, dann bin ich bereit zu gehen . Ich selbst weiß aber nicht wie ich das anstellen soll: Sei Du der Organisator.

Sehr beeindruckt und bewegt hat mich 2015 der Poetry Slam "Wo ist Dein Gott jetzt?" Von Marco Michalzik (http://www.marcomichalzik.com/):

Diese quälende Frage des Leids in der Welt und der manchmal scheinbaren Abwesenheit Gottes. Gott, wo bist Du im Leid? Lässt Du uns allein? Ich beschäftigte mich stark mit der Gegenfrage: Wo ich mich denn im Leid befinde? Welchen Platz nehme ich denn in der Frage der schrecklichen Ungerechtigkeit ein? Mit diesen Fragen beschäftige ich mich sehr intensiv und begriff nach und nach mehr, dass Gott durch andere Menschen wirkt und anderen so im Leid begegnen möchte. Ich habe so unendlich viele Gründe dankbar zu sein und mir ist bewusst geworden, dass ich jemand bin, der viel hat und somit auch viel Verantwortung. Dem Aufschrei, weshalb der Segen und der Überfluss so ungerecht verteilt sind, kann ich begegnen, indem ich meinen Überfluss teile und mich dafür einsetze, dass das Leid anderer gelindert wird. Gott hat mich mit Überfluss gesegnet und davon darf ich nun weitergeben.

Die Predigt von Tobias Teichen „Dangerous Prayers – Challenge accepted“ inspirierte mich auf meinem Weg ebenfalls gewaltig.

Wieder ging es darum, sich Gott zur Verfügung zu stellen und ihn durch mich wirken zu lassen. Ich begriff, dass es nicht um meine Stärken, Finanzen und Ressourcen geht, sondern darum dass ,,Gott einfach auf einen kleinen Strohhalm wartet und darauf dass wir sagen, wir machen überhaupt mal mit.“ 

 

 

Ich wusste, dass ich genau das möchte. Ich verstand, dass Gott nicht nach perfekten Menschen sucht, die fehlerlos unterwegs zu sein scheinen und die Bibel auswendig können. Er sucht nach Menschen, die eine Sehnsucht danach haben, ihm zu vertrauen und sich zur Verfügung zu stellen und dass er Wunder tut durch sie. Hört euch die Predigt am besten selbst an, dann wisst ihr wie ich es meine.

Zuletzt ermutigte mich das Lied ,,Alles ist möglich" von Könige und Priester:

 

In der Bibel heißt es, wir sollen unser Essen mit den Hungrigen teilen und den Heimatlosen ein Zuhause geben. Dem Hungrigen sollen wir unser Herz öffnen und dem helfen, der in Not ist. (Jesaja 58, 7-11). Gleichzeitig heißt es aber auch , dass mir alles möglich ist, durch Jesus, der mir die Kraft gibt, die ich brauche. (Philipper 4,13). Zum einen wurde mir mein Auftrag, den Armen im Leid zu begegnen immer klarer und gleichzeitig lernte ich auch Gott immer mehr kennen: Ein liebender Gott, der durch mich den Armen begegnen möchte und mir die Kraft für den weiteren Weg geben wird.

Ich habe nichts dafür getan, in Deutschland geboren zu sein, in Sicherheit und Überfluss zu leben und wie selbstverständlich Bildung zu genießen. So vielen Menschen bleiben diese Privilegien verwehrt, was sie oft automatisch in die Armut und Kriminalität reißt. Mir ist bewusst, dass ich nicht die Philippinen retten kann, aber ich glaube auch nicht an einen Tropfen auf dem heißen Stein. Ich denke, dass jedes einzelne kleine Leben wertvoll und lebenswert ist und jeder Einzelne es verdient hat, gesehen und wertgeschätzt zu werden.

Die letzten 16 Monate lebte ich in Leer und unterrichtete an einer integrativen Gesamtschule. Dieses Jahr verschärfte mein Bewusstsein dafür, wie viel Einfluss wir auf Menschen haben können. Wir können viel mehr erreichen und bewirken als wir oft glauben. Ich wünsche mir ein Leben zu leben, das nicht von Passivität und Gleichgültigkeit, sondern von Liebe und der daraus resultierenden Initiative motiviert ist.

Ich hab hier kein anderes Leben – nur dieses eine! Stop talking – start doing!

 

 
Moritz Kruschinski, 19

Ich bin Moritz Kruschinski, 19 Jahre alt, lebe schon seit meiner Geburt in Hückeswagen, Nordrhein-Westfalen, und habe gerade mein Abitur gemacht. Da kam natürlich schon vor einiger Zeit die Frage auf: Was mache ich eigentlich danach? Ich hatte noch keine beruflichen Pläne und irgendwann im Herbst 2016 kam bei mir der Wunsch auf, ins Ausland zu gehen. Für mich war klar, dass es nach Afrika gehen soll. Mich reizten die Kultur und das Leben dort ziemlich. Ich erinnere mich genau, dass ich vielen Leuten erzählte: „Ich will ins Ausland. Am liebsten nach Afrika, Amerika kann ich mir auch noch vorstellen, aber auf keinen Fall Asien. Da sehe ich so gar keinen Reiz drin.“ Na ja, jetzt stehe ich hier und werde in einem halben Jahr auf die Philippinen fliegen, nach Asien. Schon irgendwie witzig. Aber so ist Gott: spontan und voller Überraschungen.

Im Februar besuchte ich ein Seminar einer Organisation, um im Sommer nach Afrika zu gehen. Genau eine Woche später brach ich mir bei einem Fußballspiel die Hand. Ich musste operiert werden und eine Metallplatte eingesetzt bekommen. Das Problem an der ganzen Sache war, dass die Platte im September entfernt werden muss. Ich konnte aber nur im August oder erst wieder im November nach Afrika fliegen. Deswegen schob ich die Planungen erstmal auf Seite. Das Timing war mies, aber ich hatte irgendwie immer das Gefühl, dass das aus einem bestimmten Grund passierte und Gott mir diesen Grund noch zeigen würde.

Kurze Zeit später kam dann Joana plötzlich mit der Idee auf die Philippinen zu gehen. Ich wollte immer noch lieber nach Afrika und schob auch diese Idee erstmal beiseite und konzentrierte mich mehr oder weniger aufs Abi. Aber irgendwie ließ mich der Gedanke an das Philippinen-Projekt nicht mehr los und mein Wunsch nach Afrika zu gehen ließ nach. Irgendwann wurde mir klar, ich muss da hin, weil Gott mich da haben will und auch die Idee Straßenkindern eine Zukunft zu geben wurde mir immer wichtiger. Viele meiner Zweifel wurden aus dem Weg geräumt und ein Gedanke beruhigte mich extrem: Es ist alles möglich wenn ich meinen Blick auf Gott richte. Andererseits gelingen Dinge nicht, die ich eigentlich gut kann, wenn ich es ohne Gott versuche. Jesus sagt selbst: „Wer an mich glaubt wird dieselben Dinge tun, die ich getan habe, ja sogar noch größere.“(Johannes 14,12) Und auch wenn ich nicht erwarte, dass wir auf den Philippinen alle Menschen vor der Armut retten können, bin ich davon überzeugt, dass Gott uns gebrauchen wird um Menschen anzusprechen und ihnen seine unendliche Liebe zu zeigen.

Vor einem halben Jahr sagte jemand zu mir: Gott wird was machen, was Du nicht erwartest und Dir im Moment gar nicht vorstellen kannst … genau das ist passiert.

Gott hält für uns alle was Großartiges bereit! Nehmt das Geschenk an und lasst Euch darauf ein!

Ich freue mich extrem das jetzt zu starten und ich bin jedem einzelnen extrem dankbar, der uns bis jetzt unterstützt hat und uns noch unterstützen wird!

 

 
Laura Pier, 26

Es gibt diese Momente, in denen Dein Herz plötzlich schneller schlägt. In denen Dir heiß und kalt wird, schwindelig vor Aufregung. Wenn Du so berührt wirst, dass du den Atem anhalten musst.

So ein Moment war es, als Joana mir im Mai von ihrer Vision erzählte, ein Hilfsprojekt für die Philippinen auf die Beine zu stellen. Ich war für einige Tage zu Besuch in Leer und ich hatte keine Ahnung davon, was für großartige Pläne sie offenbar beschäftigten. Ich ließ sie erzählen, hörte zu. Am Ende fragte sie mich: „Was hälst du davon?“ Ich sagte nur: „Ich glaube, das ist es.“ Und das war es auch.

Ich kenne Joana schon seit 15 Jahren. Seit der 5. Klasse, um genau zu sein. Es gibt nur wenige Menschen, die mich so gut kennen wie sie und umgekehrt ist es genauso. Ich spürte förmlich, wie ihr Herz für dieses Land brennt. Wie viel sie bereit ist zu geben und wie sehr sie den Menschen dort begegnen will. Und das berührte mein Herz unfassbar doll. Von da an ließ uns das Projekt nicht mehr los – wir dachten über Namen nach, darüber, was unsere Werte sein sollen, welche Farben passend sind.

Wir waren praktisch kontinuierlich im Gespräch. Joana besuchte mich kurze Zeit später in Köln und wir fuhren mit der Planung fort. Als Grafikdesignerin war meine Leidenschaft natürlich auch in dieser Hinsicht geweckt. Und etwas Interessantes passierte: Ich wuchs praktisch in das Projekt hinein. Ich hätte nie gedacht, dass ich jemals so involviert in eine Organisationsgründung wäre. Nie daran gedacht, dass meine Hilfe und Begabungen für die Philippinen gebraucht werden. Und erst recht nicht damit gerechnet, dass ich mit einer meiner besten Freundinnen und vielen weiteren tollen Leuten so etwas wichtiges auf die Beine bringen werde. Ich wollte eigentlich schon nach meinem Studium im Bereich Komunikationsdesign nochmal ins Ausland und bei einem Hilfsprojekt mitarbeiten. Es hat sich aber nie irgendetwas richtig angefühlt – kein Land, keine Organisation, keine Aufgabe. Ich verlor diesen Gedanken für einige Zeit, vergaß ihn fast schon. Und dann wurde ich sehr deutlich darauf hingewiesen, dass Gott diesen Gedanken nicht vergessen hat. Und jetzt scheint es alles sehr viel Sinn zu ergeben. Denn es fühlt sich sehr richtig an, Teil dieses Projekts zu sein. Auf dem Weg haben wir schon jetzt so viel Segen erfahren, so viel Zuspruch und Fügung, dass ich es selbst kaum fassen kann.

Das Projekt hat mich wachgerüttelt. Mich aufgeweckt. Wir haben so viel zu geben und ich bin überzeugt, dass unser Projekt schon sinnvoll war, wenn wir nur 1, 2 Leben verändern. Let the adventure begin!

 

 
Monika Meiners, 25

Kennt ihr Begegnung, die sich irgendwie von anderen Begegnungen im Leben unterscheiden? Ich schon. Eine davon ist Joana. In den letzten drei Jahren studierte ich Politikwissenschaft und Germanistik in Vechta und machte in dem Zusammenhang ein sechswöchiges Schulpraktikum an der Freien Christlichen Schule in Veenhusen. Ich stolperte nichtsahnend als Praktikantin in ihren Unterricht und fragte, ohne weiter darüber nachzudenken: „Kann ich bei Ihnen am Unterricht teilnehmen?“ - Ab dem Zeitpunkt lernten wir uns immer besser kennen und schätzen. Das ist nun gut ein Jahr her und ich sehe unsere Freundschaft mittlerweile für geleitet und geführt. Im Mai erzählte Joana mir von ihrer Vision. Sie war durchflutet mit Emotionen, die sich in dem Augenblick auf mich widerspiegelten. Die Monate darauf durfte ich sie begleiten und sah, wie langsam alles Konturen und Formen annahm; wie viel Kraft, Energie und Mut gebraucht wurden. Als spätestens die Flüge gebucht waren, wusste ich, hier entsteht etwas Großes. Und ich selbst darf Teil davon sein. Ich bin nun 25 Jahre alt und im hohen Norden, in Ostfriesland, wie es hierfür typisch ist, auf dem Land mit Kühen auf der Weide und frischer Milch morgens, aufgewachsen. Ziemlich sorgenfrei. Nachdem Joana erzählte, wie es den Kindern auf den Philippinen geht, wie deren Alltag aussieht, ihre Kindheit, und ihr weiteres Leben, wurde mir noch einmal mehr deutlich, wie froh und gesegnet wir hier leben dürfen. Und dennoch sind wir ab und zu unzufrieden, rast- und trostlos. Ich schließe mich da nicht aus. In mir schlummert schon lange die Sehnsucht, in dieser Welt mit den ganzen Belastungen durch unterschiedliche Umstände, mehr Liebe und Wärme zu senden. Ein gefüllter Terminkalender oder ein volles Portemonnaie ist sicherlich kein erfülltes Leben, oder? Und wenn wir dann noch Gottes Liebe an Bord haben, die wir weitergeben dürfen, kann uns doch nichts Besseres passieren. Kann nicht jeder Einzelne schon hier im Alltag mit Kleinigkeiten, wie einem Lächeln, eine liebevolle Umarmung oder mutmachende Worte auf einer Postkarte, Licht dieser Welt sein? Und wie viel mehr kann man den „vergessenen“ Kindern auf den Philippinen mit einem Paar Schuhe, einem Brot oder einem Gespräch dann geben? Ich denke, dass das für uns in diesem sicheren Land gar nicht vorstellbar, nachzuempfinden oder nachzufühlen ist. Und deshalb doch umso mehr berührend und ergreifend. Ich freue mich Teil dieses Projekt sein zu dürfen und bin gespannt was Gott alles noch mit uns vorhat.

„And I will call upon your name. And keep my eyes above the waves. When oceans rice. My soul will rest in your embrace. For I am yours and you are mine.” (Oceans – Hillsong United)