Und ja, es geht mir gut. Ich habe Millionen Gründe dankbar zu sein. Aber macht es das nicht umso schlimmer? Denn wenn das wirklich alles Segen und von dir gegeben ist, tut mir leid, warum ist der Segen dann so unfair verteilt?

Marco Michalzik - Wo ist Dein Gott jetzt?

VISION

Sind diese Zeilen nicht bewegend? Für uns schon! Wir haben oft den Blick dafür verloren, wie gut es uns eigentlich geht und was wir als selbstverständlich hinnehmen. Bei genauer Betrachtung, wie viel wir doch haben, kommt jedoch schnell die drängende Frage in uns hoch: „Warum ist der Segen dann so unfair verteilt?“ (Marco Michalzik – Wo bist Du?) Wir fühlen uns machtlos, und die Frage bleibt: Warum ist nicht jeder Mensch ausreichend versorgt? – Wir möchten mit dem, was wir haben, was wir können und was wir sind dem Leid anderer begegnen. Wir haben nichts dafür geleistet, in Deutschland geboren und aufgewachsen zu sein. Wir möchten unseren „zufällig“ erworbenen Überfluss mit anderen teilen und an andere weitergeben. Und dabei geht es nicht nur um materiellen Reichtum, sondern vor allem um Nähe, Wahrnehmung und Wertschätzung. Wir möchten den Menschen auf die Art und Weise begegnen, wie sie es benötigen.

Kürzlich sprach ich hier vor Ort mit einem Taxifahrer über unser Projekt. Er sagte: „Ich glaube, ihr seid einfach hier, um zu helfen – ganz egal, wo und wie.“ Damit traf er unsere Vision ganz genau: „Geht in die Armenviertel der Philippinen und fragt die Menschen, wo sie Hilfe brauchen.“ Ein Freund von den Fijiinseln sagte einmal über buhay: “Thank you for making ways and possibilities for the people in the Philippines.” Wir wollen wachsam sein, welche Wege bereitet werden können, um den Menschen Stabilität und Zuversicht für die Zukunft mit auf den Weg zu geben. Viele Menschen erleben von Kindheit an Ablehnung, Missbrauch und Unterdrückung. Ihr Selbstwertgefühl ist beinahe zerstört und ihre Perspektivlosigkeit wird immer größer. Wir wollen ihnen vermitteln, dass sowohl ihr Wertals auch ihr Potential bereits vor ihrer Geburt von Gott in sie hineingelegt wurde. Buhay möchte den Menschen die Möglichkeit geben, ihren Wert und ihre Würde zu entdecken und ihr Potential zu entfalten und weiterzugeben. Wir wollen ihnen zeigen, was in ihnen steckt und wie viel auch sie in ihrem Land und in ihrem direkten Umweld bewirken können.

Viele Menschen kennen das Gefühl nicht, persönlich gesehen zu werden. Begriffe wie Würde, Selbstwert oder Potential sind ihnen oft fremd. Viele haben sich selbst schon aufgegeben, haben sich mit ihrem „Schicksal“ bereits abgefunden und sehen keinen Ausweg aus ihrer Situation. Wir wollen ihnen in ihrem Leid begegnen, ihnen zeigen, dass sie gesehen und nicht vergessen sind und gemeinsam nach einer Lösung suchen. Dies umfasst Körper, Seele und Geist; denn nur, wenn jeder einzelne dieser Teile gesund ist, ist der Mensch wirklich gesund. Besonders wichtig ist es uns, jeden Einzelnen auf seinem Weg zu begleiten. Wir wollen nicht die anonymen weißen Geldgeber sein, die plötzlich wieder verschwinden.

Wir wollen mit den Menschen in ihre Vergangenheit schauen, mit ihnen Erlebtes aufarbeiten, alte Verletzungen überwinden und loslassen, damit neue Schritte in die Zukunft gegangen werden können. Gleichzeitig wollen wir ganz praktisch diese Schritte gemeinsam mit ihnen gehen. Sei es Bildung, Jobsuche oder Alltagsgestaltung, die Lösung einzelner Probleme oder scheinbaren „Sackgassen“:Der Hilfebedarf ist ganz individuell. Wir durften selbst erleben wie sehr Gott uns persönlich liebt, jeden von uns sieht und niemals aus den Augen verliert. Diese unbezahlbare Erfahrung und Gewissheit ist die Kraft, die uns leitet und motiviert. Mit diesem starken Fundament und der Sicherheit von Gottes Anwesenheit in unserem Leben möchten wir den Menschen begegnen und ihnen die Liebe Gottes weitergeben. Abschließend einige Zeilen, die das Ziel von buhay wohl kaum treffender zusammenfassen könnten:

Die Multiplikation bei buhay soll darin bestehen, dass Menschen, die Gutes empfangen haben, dieses in ihrem Land weitergeben. Egal ob es sich dabei um Ermutigung, Wertschätzung, Wissen, Materielles oder ähnliches Wertvolles handelt: Der Wunsch hinter unserem Projekt ist, dass Empfänger langfristig zu Weitergebern werden, dass Menschen stark gemacht werden für ihr eigenes Land, dass sie Heilung im Zerbruch erfahren, ermutigt werden und diese Veränderung weitergeben, nachdem sie sie selbst erfahren haben.