Vielseitige Projekte

Buhay bedeutet Leben. Und genau das soll unser Projekt sein. Uns ist es wichtig, das alltägliche Leben der Menschen zu teilen und mit ihnen durch den Alltag zu gehen. Ebenso spielen unsere Kids Events und Patenschaften eine wichtige Rolle für uns. Um den Jugendlichen eine zweite Chance auf eine bessere Zukunft zu bieten, hat buhay das ALS Program (Alternative Learning System) bei dem sie die Möglichkeit bekommen, einen Schulabschluss zu erlangen. Unser Slogan heißt „Jedes Leben ist wertvoll“. Das bedeuet für buhay, dass es wichtig ist, dass auch wir auf uns achten und genau herausfinden, was der nächste Schritt für uns sein soll. Dies spielt sich schwerpunktmäßig auf unserer Nachbarinsel Mindoro ab.

Alltag

Es ist uns sehr wichtig, den Menschen in ihrem alltäglichen Leben zu begegnen und sie vor allem auch in unseren Alltag und in unser Zuhause aufzunehmen. Wie das aussehen soll?

Blessed to bless others!

Viele Menschen haben es lange nicht mehr erlebt – vor allem während der Regenzeit – einige Stunden in einem trockenen Bett durchzuschlafen. Der Schlafmangel macht sie oft noch erschöpfter und führt häufig zu Erkrankungen. Aus diesem Grund steht für uns fest: Unser Zuhause soll für die Menschen offen stehen. Egal ob nach einem Taifun, anlässlich eines Geburtstages, zum Erholen oder um einfach den Alltag miteinander zu teilen.

Wir wollen zusammenrücken und den Reichtum miteinander teilen, mit dem wir beschenkt wurden.

Eigenen Besitz loslassen, teilen, mit denen, die nichts haben, geben, ohne Gegenleistung zu erwarten, das dürfen wir als wahren Reichtum erleben. Dabei wollen wir mit ganz einfachen Dingen arbeiten, wie zum Beispiel einem gemeinsamen Kaffee und einem Ohr, das zuhört, einem Basketball und viel Spaß dabei oder einer gemeinsamen Mahlzeit.

Wir wollen den Menschen ganz natürlich begegnen: Beziehungen bauen, Nahbarkeit und Raum für Vertrauen schaffen – das alles hat für buhay einen besonderen Wert.

Teilt euer Zuhause gastfreundlich mit anderen, die Essen oder einen Platz zum Schlafen brauchen.

1. Petrus 4,8

Geburtstage

In Deutschland nennen wir Geburtstag oft den Ehrentag. Wir ehren die eine Person, die vor einigen Jahren geboren wurde. Dieser Mensch wird an diesem Tag besonders gewertschätzt und gefeiert.

Viele Menschen hier auf den Philippinen kennen dieses Gefühl nicht. Jemand freut sich besonders, dass gerade ich geboren wurde?

Die Sehnsucht danach ist groß, aber die Realität leider oft sehr anders. Viele Kinder oder Jugendliche haben noch nie ihren Geburtstag feiern können. Gründe dafür können fehlende finanzielle Mittel sein, aber vor allem auch fehlende Familienmitglieder, die sich über diesen Ehrentag wirklich freuen.

Im Laufe des letzten Jahres hat es sich mehrfach ergeben, dass wir Geburtstagsfeiern organisieren konnten und haben erlebt, welche Sprachlosigkeit, Gerührtheit und Dankbarkeit diese Tage auslösten:

„So etwas habe ich noch nie erlebt.“ „Das hat noch nie jemand für mich getan.“ „Ich werde heute 22 und feiere das erste Mal meinen Geburtstag.“ „Ich habe noch nie ein eigenes Geschenk bekommen.“

Geburtstage sind für uns eine gute Möglichkeit zu kommunizieren: Du, ja genau du, bist wertvoll! Wir sind für dich heute hier und freuen uns, dass gerade du da bist! Du und dein einzelnes Leben sind es wert, heute hier zu sein und miteinander Kuchen zu essen.

Einzelne Patenschaften

Während des letzten Jahres haben wir vereinzelt Patenschaften vermitteln können.

Wichtig für uns ist auch hier die persönliche Beziehung zu unseren Paten-„kindern“ (Es handelt sich nicht nur um Kinder, sondern auch um bedürftige Jugendliche oder Familien). Wir wollen sein, wo sie sind, tun, was sie tun und einfach für sie da sein. Krankenhausgänge sollen nicht lediglich finanziert, sondern persönlich begleitet werden. Die Menschen sollen sich vor allem emotional unterstützt fühlen. Sie müssen das Leben nicht alleine meistern und sie als Einzelner sind es wert, dass jemand (zum Beispiel) acht Stunden im Krankenhaus mit ihnen wartet.  Einfach, weil jedes einzelne Leben es wert ist.

Wenn du Interesse an einer Patenschaft hast, kontaktiere uns gerne direkt per Email.

Der finanzielle Umfang einer Patenschaft ist nicht festgelegt und wird mit jedem Spender individuell besprochen.

Buhay sucht immer wieder Paten für Familien oder einzelne Menschen.

Patenschaften von Januar 2018 – Mai 2019.

Romel

Romel, 21

Mary Joy, 11

Nathan, 5

Ma’am Eden, 70

Little John, 7

Lita, 68

Joshua, 11

Yohan, 7

Jessica, 22

Hanna, 6

Charles, 11

Edward, 7

Daniel, 12

CJ, 6 Monate

Ricardo, 13

Akon, 9

Angel, 10

Asher, 12

Ayah-Mae, 9

Christian, 9

Emelyn, 10

Gerielyn, 18

Gilbert, 12

Jake, 19

Jonathan, 20

Kelly, 3

Lance, 4

Laurence, 21

Lovella, 11

Mariel, 13

Maria, 2

Samuel, 19

Sheala-Mae, 4

Kids Events

Ein besonders lebendiger und bunter Teil unserer Arbeit sind unsere Kids Events, die mehrmals im Monat in Rosario – unserer Nachbarschaft – und auf den Payatas stattfinden. Ein buntes Programm voll mit Spielen, Liedern, Tanz und Bewegungsspielen erwartet die Kinder. Am Ende teilen wir eine gemeinsame Mahlzeit und die Kinder bekommen zum Abschluss ein Paket mit Schulmaterial und Hygieneartikeln. Was uns doch besonders am Herzen liegt ist, die Kinder mit Gottes Liebe bekannt zu machen.

Lasst die Kinder zu mir kommen, und hindert sie nicht daran! Gottes Reich ist gerade für solche wie sie bestimmt.

Markus 10,14

Dreh- und Angelpunkt unserer Events sind die Zeiten an denen wir ihnen von Jesus erzählen. Es ist so wichtig, die Kinder von klein auf mit der Wahrheit zu füllen. Mit welcher Wahrheit? Du bist geliebt. Du bist wertvoll. (Jesaja 43,3) Du bist alles für Jesus, deshalb gab er sein Leben, damit du leben kannst. (Johannes 3,16). Seine Pläne für dein Leben sind gut und voller Hoffnung. (Jeremia 29,11) Du bist stark, weil der allmächtige Gott selbst mit dir ist. (Josua 1,9).

Viele Kinder erleben häufig Ablehnung und viel Kritik bereits in ihren ersten Lebensjahren. Sie stellen sich selbst in Frage, sehnen sich nach Liebe und Annahme und sehen keine Perspektive für ihre Zukunft. Sie versuchen zu genügen und haben den Eindruck, nie ausreichend zu sein. Viele Kinder sind tagtäglich umgeben von Leid und Trostlosigkeit. Es ist so wichtig, diesen Kindern zu zeigen, wer Jesus ist, wie viel er für sie bereithält und dass er die Kraftquelle ihres Lebens ist. Häufig gibt es ein Anspiel oder Video, das in eine Andacht für die Kinder übergeht. Die Kinder beten gemeinsam und erleben was es bedeutet, ihr Leben Jesus geben zu dürfen.

Neben den lebendigen Kids Events schlägt unser Herz auch sehr stark für unsere eigenen Volunteers.

Als wir im Januar 2018 hierhin kamen, kannten wir niemanden und haben auf Gottes Versprechen vertraut: „Geh einfach nach Pasig und du wirst sehen, dass ich alles bereits vorbereitet habe.“ Das buhay Team mit 40 freiwilligen Helfern ist die Antwort auf Gottes Ruf. Uns ist es wichtig, ihnen ganz bewusst mit besonders viel Liebe und Wertschätzung zu begegnen. Einige von ihnen sind noch sehr jung und wir wollen sie dabei unterstützen, ihre Gaben und Talente zu entdecken und ihnen Möglichkeiten bieten, diese auszuprobieren. Nach und nach bekommt jeder einzelne mehr Verantwortung und Einsatzgebiete. Wichtig bei all dem ist eine gut funktionierende und ehrliche Kommunikation; ein Thema, das auch während unserer Team-Meetings viel Raum einnimmt. Bei alldem ist für uns Teambuilding und das Stärken von sozialen Kompetenzen von hoher Bedeutung.

Das ALS Program

Viele Jugendliche verlassen die Schule hier auf den Philippinen bereits sehr früh. Der Wechsel auf die Highschool bringt zu hohe Kosten mit sich, die häufig weder vom Schüler noch von seiner Familie getragen werden können. Dies führt dazu, dass sie lediglich die sechste Klasse absolvieren und somit wenig Perspektive auf gute Ausbildungschancen und weitere Bildung haben.

Es hat uns sehr bewegt, zu sehen, wie viele Jugendliche einfach auf der Straße verweilen und sich scheinbar wie gefangen in ihrer Situation fühlen. Dies führt häufig zu Kriminalität und Drogenkonsum.

Wir wollen das „Alternative Learning System“ (kurz ALS) auf den Payatas wieder neu einführen und so den Jugendlichen eine Möglichkeit bieten, einen Abschluss zu erlangen, der ihnen neue Perspektiven bieten kann.

Das ALS-Programm ist eine Art „home-schooling“. Das bedeutet, es gibt keine Klassen oder ähnliches, sondern Module. Zu Beginn des jeweiligen Schuljahres wird eine individuelle Lernstandserhebung mit jedem Schüler durchgeführt, um den aktuellen Bildungsstand ermitteln zu können. Basierend auf diesem Ergebnis, werden die Schüler in die für sie geeigneten Module eingeteilt und individuell gefördert.

Das Programm hat zwei verschiedene Schwerpunkte: „school-based“ und „community-based“. Das bedeutet, es werden nicht ausschließlich Schulfächer, wie Mathematik, Englisch, Filipino, Sozialwissenschaften und Naturwissenschaften unterrichtet, sondern ein weiterer Schwerpunkt liegt auch darin, Freizeitaktivitäten – oft im sportlichen Bereich – gemeinsam zu erleben. Das ALS- Programm dient somit als Möglichkeit, sowohl einen höheren Schulabschluss zu erlangen, als gleichzeitig auch soziale Bindungen herzustellen und zu vertieren.

Um das Projekt auf Dauer – auch ohne unsere Anwesenheit – durchführen zu können, werden wir freiwillige Helfer (Instructional Manager) engagieren, die die Schüler individuell begleiten und fördern werden.

Uns liegt die persönliche Begegnung mit den Schülern sehr am Herzen. Wir wollen sie und ihre Geschichte gerne kennenlernen und mit ihnen Zeit verbringen. Viele Jugendliche haben sich selbst beinahe schon aufgegeben und leiden unter starken Selbstzweifeln. Viele sehen sich selbst als Versager und stellen sowohl ihren Wert, als auch ihre Fähigkeiten in Frage. Wir wollen sie ermutigen und motivieren, dranzubleiben. Wir wollen ihren neuen Lebensabschnitt mit ihnen gemeinsam gehen. Bei all dem wollen wir ihnen natürlich zeigen, worin ihr eigentlicher Wert liegt und wie geliebt sie sind.

Mindoro

Die knapp 200 Kilometer entfernte Insel Mindoro ist ein ganz besonderer Ort für uns.

Der eigentliche Hauptgrund, der uns häufig nach Mindoro brachte, war natürlich unsere Beziehung zu unseren Patenkindern John und Edward. Es ist uns wichtig, ihr Lebensumfeld und ihre Familien zu kennen und Freizeit mit ihnen zu verbringen, Spaß zu haben und ihnen nicht nur bei  Krankenhausaufenthalten in Manila zu begegnen.

Mindoro hat für uns aber auch auf eine ganz andere Weise an Bedeutung gewonnen. Mittlerweile sind wir drei Wochen in Manila und etwa eine Woche auf Mindoro. Hier stehen Stille im Gebet, Teambuilding und Spaß im Vordergrund. Wir sind fest davon überzeugt, dass man nur geben kann, wenn man selbst gefüllt ist. Was füllt mich? Stille? Ein Spaziergang am Strand? Ein gemeinsamer Kaffee? Viel Schlaf? Natur?

Auf Mindoro hat jeder die Möglichkeit herauszufinden, wie er am besten Kraft sammelt, um sich für Manila zu stärken. Uns ist es wichtig, dass jedes Buhaymitglied die Möglichkeit hat, sich selbst und Jesus besser kennenzulernen.

Wir sagen immer: Jesus, buhay ist dein Projekt. Zeige uns, wie wir mit deiner Zeit, deinen Finanzen und deinen Möglichkeiten umgehen sollen. Du siehst jeden einzelnen Menschen. Wem sollen wir durch buhay begegnen? Fragen, mit denen wir uns auf Mindoro verstärkt auseinander setzen.

Was beschäftigt mich persönlich? Wo trage ich Altlasten mit mir herum? Wo stecke ich in Bitterkeit oder Unvergebenheit fest? Wo brauche ich Freisetzung? Habe ich überhaupt eine persönliche Gottesbeziehung? Wenn ja, wie sieht sie momentan aus?

Wir glauben, dass wir als erstes dazu berufen sind, tiefe Beziehung zu Jesus zu pflegen und wollen genau das vor- und erleben.